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Mallorca bei Nacht

Category: von Juergen

Der chill-out coach

Sep 22, 08:18 PM
Kommentar?


Mein Tag begann um 5:30. Ca. eine Stunde später befand ich mich am Bahnhof und wiederum ein paar Minuten später im Zug nach Berlin. Zum Glück war der Zug nicht sonderlich voll, sodass ich meine fälschlicherweise am falschen Tag gebuchte Sitzplatzreservierung nicht benötigte. Mal sehen, wie es am Abend sein wird.

Es ist ein ICE der zweiten Generation. Der mit den grünen und rosa Velour-Sitzen. Ich setze mich im Großraum-Bereich kurz hinter den Abteilen neben einen Herren, der auf dem Platz sitzt, aud dem ich eigentlich sitzen sollte und raunze als erstes die Zugebegleiterin an, welche mich darauf hinweist, dass ich an einem anderen Tag diesen Platz neben mir reserviert habe und Doppelbelegungen bei der Bahn niemals vorkommen könnten. Wahrscheinlich genau so wenig wie Verspätungen dachte ich mir, jedoch war das Datum auf meiner Reservierungsbestätigung nicht wegzudiskutieren, auch wenn ich eine Menge Taktiken für einen solchen Ansatz bereit hatte.

Der Herr neben mir klärt mich auf, dass der andere Waren ohnehin nicht so voll gewesen wäre und ich mir keine Sorgen machen müsse. Kurz darauf schläft er ein. Ich starte das frisch herausgekommene Album von Stephane Pampougnac und beginne mein neues Buch zu lesen.

In den ersten zwei Kapiteln wird der Autor gehuldigt. Da ich den ganzen Tag diverse Selbstbeweihräucherungen erfahre, überschlage ich diese Seiten. Außerdem kommt man mit der Methode schneller zum Ende des Buchs. Der Herr neben mir schläft nach wie vor. Auf der anderen Seite des Ganges sitzt neben mir ein korpulenter end-dreißiger mit blauem Hemd, grauen Anzug und hellblauer Krawatte. Vor ihm am Tisch befindet sich sein Laptop. Dieses ist zugeklappt.

Ca. 2 Stunden später steigt der Mann neben mir aus und ich kann endlich auf den Platz am Fenster rüber rutschen. Nun kann ich auch besser auf den Monitor des Herren gucken, der die ganze Zeit vor mir saß. Hinter mir setzt sich eine Frau, die ihren Mantel ans Fenster hängt. Dabei lässt sie den verschiebbaren Haken wo er ist. Direkt neben mir. Statt Außenlandschat kann ich nun also den schwarzen Mantel bewundern. Ich versuche mich weiter auf mein Buch zu konzentrieren, jedoch beginnen die Passagiere langsam aufzuwachen.

Der Blauhemder auf der anderen Seite des Ganges, welcher im Übrigen über ein massives Doppelkinn verfügt, ratscht ständig auf dem Scrollrad der am Laptop angeschlossenen, offensichtlich älteren Maus herum. Die Mantel-Lady hinter mir telefoniert Lady-like a la “Ja, also einen anderen Termin kann ich mir auch nicht vorstellen”. Der Mann schräg vor mir hat so eine wichtige Folie auf seinem Bildschirm geklebt, die verhindert, dass jemand, der neben ihm sitzt auf seinen Bildschirm gucken kann. um Glück sitze ich hinter ihm, sodass ich ziemlich gut sehen kann, was er macht. Natürlich spioniere ich niemanden aus und lese mir auch nicht im Detail durch was er macht. Ich kann nur nicht weiter lesen, da “Ratsche” und “Mantel” unentwegt lärmen und ich mich nicht mehr konzentrieren kann. Beschwerden sind also an die beiden zu richten.

Zu aller Erst wird die Vodafone UMTS Karte eingesteckt. Als Windows-Hintergundbild prangt seine leicht bekleidete Freundin auf einem Pferd. Offensichtlich arbeitet er bei der Postbank, da er nach einem erfolgreichen Verbindungsaufbau mit dem Internet loggt er sich in ein offensichtlich internem Portal ein. Das erkenne ich zum einen am viel zu riesigen “POSTBANK SYSTEMS” Logo und an dem dazu auf gar keinen Fall passenden Look & Feel der Webseite. So war würde man keinen Kunden geben. Nachdem er seine E-Mails per Novell Groupwise gecheckt hat,kontrolliert er offenbar, ob die gleichen E-Mails auch auf seinem T-Mobile Blackberry angekommen sind. Natürlich muss er sich zwischendurch immer wieder neu einwählen, da die Verbindung bei Tempo 200 alles andere als stabil ist. Das frist schon mal Zeit. Nach einigen Versuchen e-Mails zu lesen, navigiert er seinen Browser auf Stepstone. de und schaut sich Stellenangebote an. Dies wiederholt er dann bei Monster.de und jobpilot.de. Sehr mutig in der Bahn, aber was kann einem schon mit der Wunder-ich-lass-keinen-blick-durch Folie passieren.

Es wird später, daher klingeln nun immer mehr Telefone. Nach Beendigung eines Telefonats kann man gefühlte 67% der Telefonierer dabei beobachten, wie sie ihr Telefondisplay vom eigenen Gesichtsfett befreien. Ratsche hat nun einen Tischpartner. Sie sehen aus, als würden sie mit ihren Laptops modernes Schiffeversenken spielen. Spielen sie wahrscheinlich auch, nur jeder für sich gegen den Computer. Mantel telefoniert weiter. Zum Glück kommen wir gleich an.

Ach ja, hier noch etwas für die Nacht.


Eichhörnchen

Jul 11, 09:24 AM
Komm!


Nach langen Diskussionen haben wir uns dazu entschieden, dass die Tannen, welche an der Seite des Hauses standen, weichen müssen. Dies hat wie so vieles im Leben Vor- und Nachteile. Einer der Vorteile ist sicherlich, dass der Boden nun wieder Nährsoffe bekommt, die vorher von den Tannen weggesaugt wurden. Höchstwahrscheinlich wird die Hauswand nun auch von weniger Moos befallen.

Wir werden sehen. Womit wir auch bei einem Nachteil sind. Man kann nun prima von der Terasse auf die Straße gucken. Umgekehrt geht das aber auch. Mal sehen, was das noch zu liefernde Geländer, welches einen Sichtschutz bieten soll, leisten wird.

Vorher:
bäume

Nachher:
keine bäume


Film

Jun 28, 11:31 AM
Komm! [4]


4:30. Mein Wecker klingelt. Ich höre es kaum bis gar nicht, aber eine Stimme neben mir erklärt mir während sie mich mit ihrem Ton aufweckt, dass er tatsächlich klingelt. Reflexartig schalte ich den Töter der Nerven der Person neben mir aus.
Ich werde wach und stelle mit einem kurzen prüfenden Blick auf den eben erwähnten Wecker fest, dass es 5:10 ist. Nun bin ich aber richtig wach und stelle mich direkt und ohne über Los zu gehen unter die Dusche. Da ich es an diesem morgen nach meiner kleinen Verspätung nun wirklich eilig habe, setze ich noch kurz während des Duschvorgangs das Badezimmer unter Wasser, was zur Folge hat, dass die gut gemachte Zeit, die durch den verkürzten, effizienten Duschvorgang entstanden ist schon zu diesem Zeitpunkt bei minus 5 steht. Alles andere geht glatt. Mit Tempo 100 fahre ich mehr oder weniger gemütlich in Richtung Flughafen. Schweißgebadet erreiche ich den Check-In Schalter und höre mir das Genörgel der nicht mehr ganz so freundlichen „Airport Dortmund“ Dame an. „Sie können direkt durchgehen“. Ach, und ich wollte doch noch so gerne ein paar Flugzeuge starten und landen sehen. Nachdem ich den unheimlich langen Weg von ganzen fünf Metern zwischen Check-In und Sicherheitskontrolle hinter mich gebracht habe, stelle ich fest, dass zwischen mir und der Personenkontrolle ca. 40 Personen stehen. Ich warte. Der nächste Schweißausbruch. Natürlich steht, pardon sitzt ein Rollstuhlfahrer drei Personen vor mir, was wahrscheinlich meine Zeit vor der Leibesvisitation latent verlängern wird. Der gute Mann wird aber nach nur 5 Minuten Wartezeit vom Personal durch eine spezielle Durchleuchtungseinheit geschoben. Dachte ich zumindest. Wurde er aber gar nicht, da es eine solche Einheit am Dortmunder Flughafen gar nicht gibt. Ich komme am Gate an. Weitere geschätzte 10 Leute stehen an der Scheibe und amüsieren sich über den vor dem Gate stehenden Bus mit Flügeln. Größer ist die Kiste der Firma LGW nicht. Aber das macht auch nichts. Während sich sie Businesskasper noch mit deren schlimmsten innerdeutschen Flugerfahrungen versuchen zu übertrumpfen, stolziert eine Dame in Richtung Mikrofon, schreit aber lieber ohne Unterstützung von Ein- und Ausgabegeräten in den Abflugbereich, dass nun das Flugzeug zum einsteigen bereit steht. Wir steigen ein. Ich gehe direkt nach ganz vorne, da ich dort nicht meine Beine zu den Ohren klappen muss. Der Vorteil des vordersten Sitz ist, dass sich dort niemand hintraut, da man in der einer geduckten Haltung einen mehr oder weniger langen schmalen Gang entlang laufen muss und dabei alle Armlehnen der links und rechts befindlichen Sitze des Ganges nach unten klappt, wenn man nicht gerade magersüchtig ist. So habe ich die Chance den Sitz neben mir auch direkt zu okkupieren. Ich sitze. Ich packe meine Jacke, sowie meine Tasche und die Tüte mit den so genannten Snacks auf den Sitz der linken Seite der ersten Reihe, während ich mich auf die rechte Seite setze. Die „Snacks“ haben übrigens extrem an Qualität eingebüßt, seit dem die Flüge nun zwar immer noch von LGW durchgeführt werden, jedoch der geneigte Passagier bei Air Berlin buchen muss. Es ist auch auf die gesamte Länge der Sitze eine Reihe hinzu gekommen, sodass man natürlich noch weniger Platz hat. Der Pilot wünscht mir einen guten Morgen und ruft nach draußen zu seinem Co-Piloten, ob er dem kleinen gesagt hätte, dass er nach vorne kommen sollte. Dunkle Wolken taten sich plötzlich und gewiss am Himmel auf. Der Co-Pilot verneinte, sodass der Pilot jemanden ansprach, den ich kurz vorher mit den Worten „ich sitze hier! Hier ist mein Platz. Ich bin alleine“ wahrgenommen hatte. Ein Halbwüchsiger kommt so schnell nach vorne, dass ich es kaum schaffe meine Sachen vom Sitz zu nehmen. Der Pilot fragt noch den kleinen Mann, ob er noch mal zu Toilette muss, was er mit den Worten „Ich war noch zu Hause.“ verneinte. Wir starten. Nicht ganz die Räder vom Boden fängt jemand an tonnenweise Wasser auf das Flugzeug zu kippen. Zumindest fühlt sich das so an. Weniger Sekunden später hört der Schwall auf und ändert sich in ein Prasseln, sodass ich das Gefühl bekomme, dass die Kiste gleich auseinander bricht. Ich quetsche mich in meinen Hocker, dessen Rückenlehnenausfahrfunktion ausgeschaltet zu sein scheint und lege meine Füße neben den Piloten, da ja nun direkt vor mir zum einen meine Sachen und zum anderen der Korb mit Pappbechern und einer Kaffeekanne nebst Servietten steht. Nach den ersten 10 Seiten Brand Eins entschließe ich mich einen Kaffee zu trinken, da das Prasseln aufgehört hat. Ich stelle den Kaffee neben meine Füße und lese erstmal. Gefühlte 20 Sekunden später hat der Pilot die Achterbahnfunktion des Flugzeugs gefunden, sodass mein Kaffee auf den Teppich der Innenkabine des Fluggerätes schwappt. Ich entschließe mich dazu mich als Jongleur zu betätigen und lasse den Becher in der Luft herumtanzen. Nippend versuche ich das Niveau des Kaffees unter die Schwappgrenze zu bewegen. Die ganze Aktion wird von mehreren Schweißausbrüchen begleitet. Die Gründe hierfür sind vielfältig und bestehen unter anderem aus der Aktion selbst, meiner ohnehin schon schwachen Nervendecke an diesem Morgen, der Tatsache, dass ich nicht weiterlesen kann und nicht zuletzt am wenigen Schlaf der letzten Nacht. Der Kaffee ist ausgetrunken und ich stopfe noch ein paar Servietten in den Becher, damit ich nicht doch noch vom durch das springende Flugzeug verursachten, herausspringenden Kaffee überrascht werde. Heute sind die Snacks aus der für jeden Passagier vorhandenen Plastiktüte noch schlechter als sonst, da man anscheinend wahlweise Wurst oder Käse zwischen zwei millimeterdicken Fladenbrote gesteckt hat, was allein schon unappetitlich aussieht. Ich lese weiter während der Flieger langsam aber zielsicher weiterhin jedes Luftloch trifft. Nachdem ich gerade den Bericht über den kanadischen Hafen in Churchill gelesen habe, sehe ich im Augenwinkel wie der von Boris Becker anmutende Sohn nach Servietten greift. Da ich nicht glauben konnte, dass der kurze sich einen Kaffee einschüttet, war ich doch sehr neugierig und schaute über meinen Zeitungsrand hinweg. Dabei sah ich, dass der Kleine gerade begann sich zu erbrechen. Aus Angst davor etwas abbekommen zu können, suche ich hastig nach der Tüte, in der Mini-Boris das sich nochmal durch den Kopf gegangene ablegen kann. Ich halte sie im aufgefaltet vor den Mund und erhasche einen anerkennenden, aber bemitleidenswerten Blick. Während er weiter die Tüte füllt, beginne ich ihn mit dem Rest der Servietten abzuwischen. Er schläft wieder ein und ich räume Tüte und Servietten in die Snacktüte. Der Flug beruhigt sich etwas und ich fühle, dass mein Hemd schon fast am Rücken klebt, da so viel Action am frühen morgen ja nun wirklich nicht sein muss. Ich lese weiter. Kure Zeit später landen wir sicher am Flughafen Berlin Tegel. Wir steigen in den Bus. Ausgestiegen laufe ich mit Fury in the Slaughterhouse in extrem-laut zielsicher nicht in Richtung Ausgang, was ich aber nicht bemerke. Dem Lemmingeffekt folgend, laufen mir alle anderen hinterher. Als ich meine Tat bemerke drehe ich mich um und mache die Musik besser leise. Der letzte mir jetzt schon entgegen kommende Lemming fragt mich, was denn los sei und ich erkläre kurz, das der Ausgang auf der anderen Seite des Raumes ist. Ich verlasse das Gebäude. Mein Taxi ist ein sehr schön anmutender VW Caravelle mit Ledersitzen, was aber auch nicht viel hilft, da der Fahrgast vor mir offensichtlich eine Tonne Knoblauch gegessen hat und der Fahrer wohl auch verschlafen hat. Anders konnte ich mir nicht erklären, warum er sich wohl an diesem morgen offensichtlich nicht gewaschen hat. Wir fahren in Richtung Treffpunkt meines Termins, jedoch nicht über die Stadtautobahn, da die extrem verstopft ist. Endlich. Angekommen.


Wo waren Sie gestern abend?

May 30, 02:10 PM
Komm!


Da schrieb mir gerade die Inge:
—-

Ich war gestern auf’m Schützenfest, hatte mal wieder den totalen Filmriss…

Als ich heut morgen aus dem Fenster geguckt habe,

wusste ich wenigstens wieder, wie ich nach Hause gekommen bin…
—-


Deboarded

Apr 27, 12:54 AM
Komm! [1]


Noch immer in LA. Die Maschine ist nicht angesprungen. Gut, beim Trekker meines Großvaters kam das auch genau 1x vor. Damals lag es daran, dass vergessen wurde, Diesel nachzutanken. Die Passagiere mussten wieder raus aus der (im Moment nicht mehr) fliegenden Kiste. Jetzt stehe ich am Gate vor diesem Canadair Reginal Jet und darf zwei Typen bewundern, die mittels Leiter versuchen ans Triebwerk zu kommen. Nachdem sie die Leiter am Boden platziert hatten, merkten sie, dass die Leiter zu klein ist.
Kurze Zeit später kommt der Mann mit dem “Lift-a-Loft” Fahrzeug. Nun sind sie zu dritt und fahren sich mit dem dem Hubwagen zum Triebwerk. Sie öffnen es und gucken hinein. Die Szene erinnert mich an Zeiten in denen mein Vater prüfend in den Motorraum guckte, wenn der Motor “unrund” klang. Kurze Zeit später stand er dann mit dem Wagen in der Werkstatt neben dem Meister, der dann gemeinsam mit ihm in den Motorraum guckte, als ob man dort die kleinen Aliens nur sortieren müsste. Geholfen hat es aber nichts. Ähnlich sieht die Sache bei den dreien aus, die mittlerweile die Motorhaube des Triebwerks sehr weit geöffnet haben und darin herum leuchten. Es kommt ein vierter Mann darzu, der auch mit reinguckt. Nach gefühlten weiteren 10 Minuten gehen sie weg. Kurze Zeit später kommt einer wieder und guckt wieder hinein. So spannend ich dieses Schauspiel auch finde, würde ich lieber in diesem Ding über den Wolken in Richtung Texas fliegen, auch wenn der Platz sehr eng ist. Ich habe das Gefühl dass seit dem United dieses tolle “Economy Plus” eingeführt hat, die einfachen Economy Sitze noch weniger Platz haben. Ans auspacken des Laptops ist nicht zu denken.

die drei Männer von der Tankstelle

Während ich mich noch über die Enge ärgere, kommen die Mechaniker wieder auf die Bildfläche und fummeln an der Triebwerkabdeckung herum. Sehr kurz. Dann veruschen sie den Deckel wieder zu schliessen. Passt, wackelt, hat Luft. Die Piloten steigen wieder ein.

Ansage: Ich soll zu einem anderen Gate gehen. Mal sehen, was dort passiert.


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